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Centenarfeier: Die geschichtlichen Hintergründe

Die ehemalige Stammherrschaft Rhäzüns bestand aus den Dörfern Rhäzüns, Bonaduz, Domat/Ems und Felsberg. 1819 wurden die Dörfer gemäss Beschluss des Wiener Kongresses vom österreichischen Kaiserreich an den Kanton Graubünden übergeben. Erfahren Sie mehr rund um die bewegete Geschichte der Rhäzünser Herrschaft bis zur Übergabe.

 

Die Herrschaft Rhäzüns bestand bis 1819 vornehmlich aus den heutigen Gemeinden Rhäzüns, Bonaduz, Domat/Ems und Felsberg sowie Obersaxen und Tenna im Kanton Graubünden in der Schweiz. Die Herrschaft war als «Gericht Rhäzüns» seit 1424 Mitglied des Oberen Bundes und damit des Freistaats der Drei Bünde. Der Freiherr bestimmte alljährlich den Ammann aus einem Dreiervorschlag der Gemeinden.

Rhäzüns, Bonaduz, Domat/Ems und Felsberg bildeten das Kerngebiet der Herrschaft der Freiherren von Rhäzüns, die unter Ulrich II. (1367 – 1415) zu den mächtigsten Feudalherren im heutigen Graubünden neben dem Bischof von Chur aufstiegen. Durch die Freiherren von Rhäzüns gelangte das Gericht Rhäzüns 1424 in den Oberen Bund und später zu den Drei Bünden. Nach dem Tod des letzten Freiherren und der Vermählung Eitel Friedrichs von Hohenzollern mit der Erbtochter Ursula Freiherrin von Rhäzüns entbrannte ein Streit zwischen den Hohenzollern und den Grafen von Werdenberg-Sargans, der erst 1461 durch ein Gerichtsurteil geklärt wurde, das die Herrschaft den Hohenzollern zusprach. Der Neffe des genannten Hohenzollers, Graf Eitel Friedrich II., tauschte Rhäzüns 1497 mit seinem Freund Maximilian I. von Habsburg, dem deutschen König und späteren Kaiser, gegen die Herrschaft Haigerloch. Maximilian sah in diesem Tauschgeschäft eine zukünftige Interventionsmöglichkeit bei den Drei Bünden.

Zuerst wurde Rhäzüns von den Habsburgern als Pfandlehen den Familien von Marmels, von Stampa, von Planta und den Travers überlassen. 1696 übernahm Kaiser Leopold I. von Habsburg die Herrschaft direkt, d.h., er setzte einen Verwalter in der Herrschaft ein. Dadurch wurde der jeweilige habsburgische Inhaber der Herrschaft in seiner Funktion als Freiherr von Rhäzüns Mitglied des Freistaats der Drei Bünde.

Die Habsburger mussten die Herrschaft 1809 Napoleon Bonaparte überlassen, der sie 1814 wieder an Österreich zurückgab. Durch den Wiener Kongress wurde die Herrschaft 1815 dem Kanton Graubünden zugesprochen. Vierjährige Übergabeverhandlungen folgten, bis die Herrschaft Rhäzüns am 19. Januar 1819 an den Kanton Graubünden übergeben werden konnte. Einer der letzten Verwalter des Hauses Habsburg war der Arzt und Landrichter Georg Anton Vieli, der 1823 das Schloss Rhäzüns kaufte. Heute ist es im Besitz der Ems -Chemie AG.

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